Reifenwechsel im Interesse der Produktivität, aber wann?

Es ist nicht immer leicht, den Abnutzungsgrad von Reifen genau zu bestimmen. Dabei ist das sehr wichtig, um deren Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen und somit Ihre Produktivität zu optimieren zu können.
Denn wenn Sie Ihre Traktorreifen zu spät wechseln und weiter mit abgefahrenen Reifen arbeiten, sinkt Ihre Produktivität pro Hektar. Und leider ist ein neuer Reifensatz auch ein Kostenfaktor, so dass es nur verständlich ist, dass Sie Ihre Reifen solange wie möglich fahren möchten.

Wann sollte man seine Traktorreifen wechselnDen besten Moment für den Austausch Ihrer Landwirtschaftsreifenkönnen Sie anhand einiger einfacher Indikatoren selbst bestimmen.

 

Vorbereitung des reifenwechsels durch bestimmen des abnutzungsgrads

Der erste Indikator für die Abnutzung der Reifen ist die Höhe der Stollen. Die Stollen sind nämlich der Teil des Reifens, der am meisten beansprucht wird, da sie in direktem Kontakt mit dem Boden stehen und die Zugkräfte übertragen. Im Unterschied zu Autoreifen besitzen Landwirtschaftsreifen keine Verschleißindikatoren, die die Entscheidung erleichtern. Sie können aber trotzdem den Abnutzungsgrad genau bestimmen, indem Sie ganz einfach die Höhe der Stollen an verschiedenen Punkten des Reifens messen (bei mehreren Stollen an den Seiten und in der Reifenmitte) und diese Messwerte mit der ursprünglichen Höhe vergleichen.

Die Reifen sollten in aller Regel ersetzt werden, wenn der Abnutzungsgrad 70 % beträgt. Das bedeutet, dass, wenn die Höhe der Stollen nur noch 30 % der Ausgangshöhe beträgt, sie bereits zu abgenutzt sind. Beispielsweise muss ein Reifen mit ursprünglich 60 mm hohen Stollen ausgetauscht werden, wenn deren Höhe nur noch ca. 20 mm beträgt.

Dieser Wert ist jedoch nur ein Hinweis und kann je nach Nutzungsart der Reifen auch niedriger liegen. Wenn die Reifen auf einem Traktor mit einer hohen Leistung montiert sind, muss die verbliebene Stollenhöhe hoch sein, um die Traktion gut übertragen zu können. Bei einer Technik, die nur geringe Lasten bewegt, sind auch noch 70 % Abnutzung tolerierbar.

Der Reifenwechsel an sich und der beste Zeitpunkt hängen auch von den Bedingungen ab, unter denen Sie Ihre Landtechnik einsetzen, insbesondere die Bodenbeschaffenheit. Wenn Sie häufig mit hoher Geschwindigkeit und/oder großen Lasten auf der Straße fahren oder einen unebenen Boden mit vielen Steinen bearbeiten, nutzen sich Ihre Traktorreifen schneller ab. Dann ist der Reifenwechsel vorzuziehen, auch wenn der Verschleiß noch nicht am Limit ist.

Was tun bei ungleichmäßigem Verschleiß?

Mit der Höhenmessung der Stollen über die gesamte Reifenoberfläche verschaffen Sie sich gleichzeitig einen Überblick über die Gleichmäßigkeit der Abnutzung. Wenn die Stollen ungleich abgefahren sind, sollten Sie zunächst den Grund hierfür bestimmen (schlechte Einstellung der Lenkung, falscher Reifendruck usw.).

Wenn nur ein Teil des Reifens stark abgefahren ist (auf den Seiten oder in der Mitte), sollte er besser gewechselt werden, weil das seine Leistung beeinträchtigt und Sie Einbußen bei der Produktivität und dem Komfort bei der Arbeit in Kauf nehmen müssten.

Was tun bei einem tiefen Riss in einem Traktorreifen?

Häufig zu beobachten sind Risse auf der Oberfläche des Profils bzw. an den Seitenwänden. Wenn diese klein bleiben und flach sind, haben sie keine Bedeutung. Sie sind nutzungsbedingt oder stehen mit der Alterung des Gummis im Zusammenhang, vor allem wenn der Reifen längere Zeit nicht benutzt wurde. Nach Steinschlag oder bei Stoppeln entstehen sogar kleine Löcher.

Tiefe Risse sind hingegen gefährlich, da sie auf eine Beschädigung der Karkasse des Reifens hindeuten und ein Sicherheitsrisiko darstellen können (Platzen des Reifens infolge eines Aufpralls beispielsweise). Unter diesen Bedingungen sollten Sie sie wirklich schnellstmöglich wechseln.

Was tun, wenn der Reifen viel Luft verliert?

Stark abfallender Reifendruck kann ebenfalls ein Indikator für einen anstehenden Reifenwechsel sein. Um den Druckabfall realistisch beurteilen zu können, bocken Sie das Gerät auf und bringen die Reifen auf Betriebsdruck. Am nächsten Tag oder einige Tage später messen Sie den Druck erneut. Wenn dann der Druckunterschied groß ist, bedeutet das, dass Ihr Reifen nicht mehr dicht genug ist. Überprüfen Sie auch, dass der Druckabfall nicht mit einem Loch in der Lauffläche im Zusammenhang steht (Reifenpanne). Sollte dies der Fall sein, ist eine Reparatur angezeigt.

Nur als Hinweis: Ein Reifen kann jedes Jahr ein Viertel seines Drucks verlieren. Wenn also Ihr Reifen ein Zehntel seines Drucks in nur wenigen Tagen verliert, ist das nicht normal. In einem solchen Fall sollte der Reifen gewechselt werden, damit Sie unter guten Bedingungen arbeiten können und vor allem, damit der Druck in Ihren Reifen im Interesse einer produktiven Arbeit immer richtig eingestellt ist.

 

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Diese Informationen dienen ausschließlich dazu, Sie mit den technischen und funktionellen Aspekten von Landwirtschaftsreifen und deren Verwendung vertraut zu machen. Sie erlaubt es Ihnen nicht, ein Urteil oder eine endgültige Schlussfolgerung zu einem bestimmten Problem zu treffen. Nur Ihr Landwirtschaftsreifen-Experte ist in der Lage, eine technische Bewertung vorzunehmen und von Fall zu Fall eine endgültige Entscheidung zu treffen.