Ertragssteigerungen dank Landwirtschaftsreifen: Die richtige Technik macht’s

Kostenoptimierung ist eine große Herausforderung für die Rentabilität Ihres Betriebs. Es reicht nicht, lediglich über den Kaufpreis für Ihre neuen Maschinen zu verhandeln. Diese Optimierung muss auch auf die laufenden Kosten abzielen, die durch ein kluges Maschinenmanagement erheblich reduziert werden können.
Achten Sie sorgfältig auf Ihre Reifen: So können Sie die Leistungsfähigkeit Ihrer Maschinen erhöhen, den Kraftstoffverbrauch optimieren und gleichzeitig den Boden schonen. Mit unseren Tipps für den Alltag holen Sie das Maximum aus Ihren Reifen heraus und steigern die Erträge Ihres Betriebs.

Reifenpflege ist aktiver Bodenschutz

1. Kraftstoffverbrauch des Traktors senken

Die erste Stellschraube, an der Sie bei den Ausgaben in Ihrem landwirtschaftlichen Betrieb drehen können, ist der Kraftstoffverbrauch. Dieser Posten kann bis zu 20 Prozent Ihrer Gesamtausgaben ausmachen.
Mit kleinen Tricks bei der täglichen Nutzung Ihres Traktors wird es Ihnen gelingen, diese Ausgaben zu senken.

Durchschnittliche Kraftstoffeinsparung
Durchschnittliche Kraftstoffeinsparung

a. Geschwindigkeit auf der Straße reduzieren

Erster Tipp: Reduzieren Sie die Geschwindigkeit auf der Straße, um den Kraftstoffverbrauch Ihres Schleppers zu senken. Wenn Sie statt 50 km/h nur 40 km/h fahren, benötigen Sie schätzungsweise 5 bis 10 Minuten länger für die Strecke zwischen Ihren Parzellen und Ihrem Hof, aber Sie sparen jede Menge Sprit.

Zahlreiche Traktormodelle bieten heute den ECO-Modus mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h, mit dem Sie auf Ihren Fahrten bis zu 30 Prozent Kraftstoff sparen können.

b. Passenden Reifendruck einstellen

Passen Sie den Reifendruck an den jeweiligen Untergrund an: Dadurch erhöht sich die Bodenhaftung des Reifens, der Rollwiderstand wird kleiner und Sie müssen nicht länger im oberen Drehzahlbereich fahren.

Ist der Reifendruck zu hoch, wird der Schlupf größer. Sie müssen also beschleunigen, um genügend Traktion zu erhalten, was den Kraftstoffverbrauch in die Höhe treibt.

Hingegen nimmt bei einem niedrigeren Reifendruck die Bodenaufstandsfläche zu und die Kontaktfläche der Stollen wird größer, sodass die Zugkraft bei gleicher Motordrehzahl erhöht wird.

Um bei der Überprüfung des Reifendrucks und seiner Anpassung an den jeweiligen Untergrund Zeit zu sparen, sollten Sie eine Reifendruckregelanlage montieren: Damit lässt sich der Reifeninnendruck bequem von der Traktorkabine aus einstellen.

schema_Reifendruck auf dem Acker: Vor- und Nachteile

c. ECO-Zapfwelle so früh wie möglich nutzen

Hängen Sie ein Gerät an ein Traktormodell der jüngeren Generation an, schalten Sie die Zapfwelle zu, die die Motorleistung auf das Gerät überträgt.

Benötigen Sie für Ihre Arbeit nicht die komplette Leistung, wie etwa beim Spritzen, schalten Sie auf den ECO-Zapfwellenmodus um. In diesem Modus wird die Motordrehzahl auf die für die Arbeit erforderliche Leistung abgesenkt, d. h. sie liegt bei etwa 1600 U/min anstelle der im Normalmodus üblichen 2000 U/min. So können Sie bis zu 20 Prozent Kraftstoff sparen.

d. Flacher pflügen

In vielen Fällen ist es überhaupt nicht nötig, tief zu pflügen, um den Pflanzen die erforderliche Bodendurchlüftung für ein gutes Wachstum zu bieten.

Wenn Sie Ihre Parzellen regelmäßig bearbeitet und auf Ihrem gesamten Maschinenpark Niederdruckreifen aufgezogen haben, sollten Sie die Mindestarbeitstiefe für jede Kultur bestimmen.

Stellen Sie das Gerät so ein, dass nur die oberste Bodenschicht bearbeitet wird. Durch die geringere Arbeitstiefe wird der Motor weniger stark gefordert und der Kraftstoffverbrauch effektiv gesenkt.

 

2. Zugkraftvermögen des Traktors optimieren

Die Motorleistung Ihres Traktors wird über die Reifen auf den Boden übertragen. Für die Optimierung der Zugkraft muss der Reifendruck an die unmittelbare Umgebung (harter, weicher oder feuchter Boden usw.) angepasst werden, damit Sie in vollem Umfang von der Leistung Ihrer Maschine profitieren und folglich Ihren Ertrag steigern.

a. Breitreifen mit niedrigem Fülldruck verwenden

Bei der Erstbereifung Ihres Traktors handelt es sich in der Regel um Standardreifen, da diese Modelle für die Traktorhersteller am günstigsten sind. Sie sind nicht speziell auf schwere Lasten ausgelegt: Wenn Sie mit schweren Geräten arbeiten, müssen Sie also den Reifendruck erhöhen, damit die Reifen das zu schleppende Gewicht tragen können. Dies schlägt sich in einer geringeren Effizienz nieder, die nicht nur zu mehr Schlupf, sondern auch zu einer höheren Bodenverdichtung auf Ihren Feldern führt – ganz abgesehen von der Beeinträchtigung des Fahrkomforts. Vibrationen werden bei hohem Reifeninnendruck schlechter abgefedert.

Falls Sie eine leistungsstarke und damit schwere Maschine besitzen, sollten Sie sich für breitere Niederdruckreifen entscheiden, die mehr Gewicht tragen können. Diese Reifen eignen sich perfekt für die Feldarbeit, für Erntemaschinen und Transportfahrten.

dsflächenvergleich Standard-, IF- und VF-Reifen

Breitreifen können nicht nur eine größere Last tragen, ohne dass der Reifeninnendruck erhöht werden muss, sondern verteilen das Traktorgewicht auf eine größere Bodenfläche, wodurch sich die Traktion verbessert.

b. Zwillingsräder verwenden

Zwillingsräder bieten die gleichen Vorteile wie breite Niederdruckreifen. Durch die Verbindung von zwei Reifen wird die Last der Maschine besser auf den Boden verteilt. Folglich kann der Reifendruck gesenkt werden, gleichzeitig steigt das Zugkraftvermögen des Traktors.

Zusätzlicher Vorteil: Die Stollenzahl ist bei Zwillingsbereifung höher, wodurch sich der Grip verbessert.

Zwillingsbereifung am Traktor für höhere Produktivität

c. Lastübertragung exakt berechnen

Beim Ziehen eines großen Anbau- oder Aufsattelgeräts liegt ein großer Teil der Last auf der Hinterachse Ihres Traktors. Sie müssen also für einen Massenausgleich sorgen, damit die Last auf die Vorder- und die Hinterräder übertragen wird. Ziel ist eine bessere Verteilung dieser Last auf den Boden.

Sie können 40 % der Last auf die Vorderachse und 60 % auf die Hinterachse verteilen, müssen dabei aber auf eine korrekte Voreilung achten, bei der die beiden Achsen synchron laufen. Häufig ist der Einsatz eines Frontgeräts zum Ausgleich des Gespanns sinnvoller als die Nutzung von Gewichten.

d. Schlupfwerte berücksichtigen

Durch Betrachtung der Schlupfwerte lässt sich das Traktionsvermögen des Schleppers am besten beurteilen. Sind die Stollenabdrücke im Boden zerwühlt oder die Spuren deutlich breiter als die tatsächliche Reifenbreite, ist der Schlupf Ihres Traktors zu hoch. Auch zu starke Erdanhaftungen zwischen den Stollen und eine minderwertige Selbstreinigung sind Anzeichen für zu hohen Schlupf.

Zwischen den Reifenstollen anhaftende Erde

Dieser übermäßige Schlupf beeinträchtigt nicht nur die Schlepperleistung, sondern sorgt auch für einen schnelleren Reifenverschleiß und verursacht damit zusätzliche Kosten.

Falls Sie unsicher sind, können Sie die Schlupfwerte auch selbst messen. Zählen Sie hierfür die Anzahl an Radumdrehungen, die Ihre Reifen auf einer bestimmten Strecke zurücklegen. Teilen Sie diese Zahl durch die theoretische Anzahl an Radumdrehungen in den Herstellerangaben. Multiplizieren Sie das Ergebnis mit 100, so erhalten Sie den Schlupfwert. Liegt der Wert über 15 %, ist der Schlupf zu hoch.

Bei zu hohem Schlupf sollten Sie den Reifendruck reduzieren oder den Traktor ballastieren, um sein Traktionsvermögen zu steigern. Zur Ballastierung können Sie Metallgewichte verwenden oder die Reifen mit Wasser füllen, sofern Ihr Modell hierfür geeignet ist. In beiden Fällen haben die Räder mehr Grip und verbessern die Traktion.

 

3. Bodenverdichtung prüfen

Ein stark verdichteter Boden lässt sich nur schwer bearbeiten und verhindert, dass Sie mit Ihren Kulturen den optimalen Ertrag erzielen. Neben Kraftstoffeinsparung und Traktionsoptimierung sollten Sie den Bodenschutz im Auge behalten: Kontrollieren Sie, wie stark der Boden durch Ihre Maschinen verdichtet wurde. Die Ertragseinbußen können zwischen 20 und 50 Prozent Ihrer Ernte betragen.

a. Boden prüfen

Führen Sie regelmäßig eine Bodenprüfung durch, um den Verdichtungsgrad zu ermitteln. Sind bestimmte Warnzeichen vorhanden, sollten Sie diese Untersuchung unverzüglich vornehmen. Erstens: zahlreiche Wasserlachen auf Ihren Feldern. In diesem Fall ist es sehr wahrscheinlich, dass der Boden zu stark verdichtet ist und deshalb kein Wasser in die tieferen Schichten versickern kann.

Zweitens: ungleichmäßiges Pflanzenwachstum. Dies ist ebenso ein Zeichen für Bodenverdichtung wie ein Rückgang der biologischen Aktivität, die normalerweise in der Erde stattfindet.

b. Pflanzenwurzeln untersuchen

In einem nicht verdichteten Boden wachsen die Wurzeln in alle Richtungen. Liegt jedoch eine schädliche Verdichtung vor, wachsen die Wurzeln aufgrund der schlechten Bodendurchlüftung senkrecht bzw. nur in eine Richtung. Kontrollieren Sie eine Gruppe benachbarter Pflanzen, um die Verdichtung für diesen Teil des Ackers zu bestätigen.

Verliert der Boden seine krümelige Struktur, ist mit hohen Ertragseinbußen zu rechnen. Tonböden sind am anfälligsten für die Verdichtung, doch auch Schluffböden können, wenngleich in geringerem Ausmaß, von diesem Phänomen betroffen sein.

c. Bodenverdichtung vermeiden

Die erste Maßnahme zur Vermeidung der Bodenverdichtung ist ein korrekt eingestellter Reifendruck: So verhindern Sie die übermäßige Gewichtsübertragung von der Maschine auf den Boden. Können die Räder die Last bei Nenndruck nicht mehr tragen, ist es ratsam, die transportierte Last zu reduzieren. Falls dies nicht möglich ist, sollten Sie Zwillingsräder oder breitere VF-Niederdruckreifen in Erwägung ziehen.

Auch der richtige Zeitpunkt zur Durchführung einer bestimmten Arbeit kann die Bodenverdichtung eindämmen. Pflügen Sie beispielsweise während der trockeneren Phasen, denn ein feuchter Boden ist verdichtungsempfindlicher.

Überdenken Sie auch Ihre Arbeitsplanung, um zu häufige Überfahrten auf einem Feld zu vermeiden.

Setzen Sie beim Pflügen, Säen, Düngen und Ernten Markierungen, damit Sie nicht immer wieder die gleichen Fahrspuren nutzen. Eine weitere Möglichkeit ist das von den Briten eingeführte System namens „Controlled Traffic Farming“ (Regelspursystem), mit dem der Fahrverkehr auf den zu bearbeitenden Feldern optimiert werden kann.

 


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Diese Informationen dienen ausschließlich dazu, Sie mit den technischen und funktionellen Aspekten von Landwirtschaftsreifen und deren Verwendung vertraut zu machen. Sie erlaubt es Ihnen nicht, ein Urteil oder eine endgültige Schlussfolgerung zu einem bestimmten Problem zu treffen. Nur Ihr Landwirtschaftsreifen-Experte ist in der Lage, eine technische Bewertung vorzunehmen und von Fall zu Fall eine endgültige Entscheidung zu treffen.